Dementi - Für heute reichts |
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Metalspheres Info-Box |
Genre |
Metal-Pop / Deutsch Metal |
Label | Nemrod |
Rezensent |
Christian |
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Dicke Hose, gefährlicher Hund, schwarze Tarrantino-Anzüge, ein fettes Auto auf dem Cover. "Is? richtich!", sagt der Hanseat. Was erwartet den Hörer da? Onkelz light? Rammstein für Hobbyschrauber? Oomph! für Schwiegersöhne? Genug des Ratens, CD eingelegt und den Beweis oder die Widerlegung angetreten!
Deutscher Gesang mit harten Gitarren und Keyboards ist ja nun salonfähig, bzw. fast schon en vogue. Diese 4 Herren aus Süddeutschland setzen demnach mehr oder weniger mutig auf das besagte Pferd und reiten munter drauflos. Die Stimme ist klar und nicht verzerrt, die Gitarren kommen massiv und punktgenau daher gebrettert, das Drumming ist tight und stimmig. Dazu kommen einmal mehr kryptisch-kranke Texte a la Rammstein und bisweilen schön aufgebaute Keyboardpassagen. Hier treffen sich Megaherz, Oomph! und Falco mit Depeche Mode und Joachim Witt zum Tee und diskutieren über Hannibal Lecter?s derzeitigen Aufenthaltsort. Die gespielte Musik ist richtig nett, sie nervt nie und lässt sich echt gut hören. Was fehlt ist allerdings das zündende Element. Hier stört nichts, hier ist nicht viel Eigenständiges dabei, es beißt sich kein Track in den Gehörgängen fest oder nistet sich für länger ein. Zwischen "Seemann", der "Flut" und dem "Weißen Licht" gespielt, würden die Tänzer sicher bei den Klängen Dementis nicht flüchten, sondern eifrig weiterzappeln; es würde aber auch niemand wirklich beim DJ erfahren wollen, wer denn der Urheber der Klänge war. Dazu sind Dementi zu massenkompatibel, zu einseitig. Sie sind gut, ja. Das sind etwa 4.000 andere Bands aber auch. Und 2.100 davon spielen den gleichen Sound. Wer also bei den Keywords deutscher Gesang, harte Gitarren, Keyboard, Megaherz und Rammstein aufhorcht, der kann Dementi ohne Bedenken anchecken. Alle anderen werden nichts Großes verpassen.
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